Der botanische Name der lianenartigen Pflanze lautet: Calamus rotang. Rattan beziehungsweise Rotang ist eine schnell wachsende kletternde Palme. Ihr Name stammt aus dem Malaiischen, wo es als „Rotan“ bekannt ist. In den Regenwäldern Südostasiens ist die Rotangpalme heimisch. Die Bezeichnung Rattan verdankt sie dem Englischen. Verarbeitet wird das innere der Palmen, wobei es unter Dampf elastisch und biegsam gemacht wird.
Artenreiche Palme
Rattan ist Artenreicher als jede andere Palme – 340 Unterarten werden ihr zugerechnet. Auch ihre Größe ist beachtlich: Bis zu 150 Metern Höhe erreichen die Pflanzen. Rattan ist nicht hohl, wie beispielsweise Bambus. Das tropische Edelholz ist massiv dabei stabil und besonders leicht. Rattan wird hauptsächlich auf Plantagen gewonnen und etwa alle fünf bis sieben Jahre geerntet. Die verschiedenen Teile der Pflanze werden unter anderem für Teppichklopfer, Möbel und sogar zu Waffen verarbeitet.
Die kunstvoll geflochtenen Betten sind in den verschiedensten Ausführungen erhältlich. Selbst als Wasserbett oder Futon, ganz schlicht oder mit Metall- oder Holzverziehrungen, naturbelassen, gebeizt oder aufgepeppt mit Lacken in verschiedenen Farben kann man sie erhalten.
Pflege und Auswahl
Rattanmöbel bieten zahlreiche Vorteile. Unter anderem sind sie robust, relativ leicht und ohne großen Aufwand zu reinigen. Die geflochtenen Möbel müssen lediglich von Zeit zu Zeit vom Staub befreit und hin und wieder mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Bei Outdoormöbeln empfehlen manche Händler das Rattan mit Öl zu behandeln.
Komfort
Früher riet man davon ab, Rattanbetten zu kaufen. Man sagte ihnen nach, sie würden nach kurzer Zeit anfangen zu quietschen. Heutzutage sind die Herstellungsverfahren sehr verfeinert und Rattanbetten von hoher Qualität erzeugen keinerlei störende Geräusche.
Tipps zur Auswahl
Woran erkennt man minderwertiges Material beziehungsweise schlechte Verarbeitung? Grundsätzlich sollten die Möbel aus Rattan – das trifft ganz besonders auf Rattanbetten zu – ordentlich geleimt sein. Dabei sollte kein Leim sichtbar an den Fugen oder dem Gestell austreten. Das zeugt weder von Sorgfalt noch von Qualität. Rattanbetten sollten gedübelt und verzapft sein. Verbindungen bei Rattanmöbeln, die verschraubt oder genagelt wurden, lassen mit der Zeit nach und das Gestell wird wackelig. Deshalb sollte man auch bei Sitzgruppen auf gute Verschraubung achten. Gerade bei Betten das führt schließlich zu störenden Geräuschen wie Quietschen und Knarren.
Der Umwelt zur Liebe
Rattanpalmen sind schnell wachsende und dabei robuste Pflanzen. Möbel aus Rattan werden immer beliebter und die Nachfrage nach diesem Rohstoff steigt stetig. Verantwortungsvolle Händler achten darauf, dass nur Rattanpalmen aus nachweislich nachhaltiger Produktion für ihre Möbel vom Rattantisch bis zum Rattanbett verwendet werden. In den ländlichen Gegenden Südostasiens erzielen die Menschen rund 50 Prozent ihrer Einnahmen aus der Ernte dieser inzwischen begehrten Pflanze aus dem Regenwald. Verschiedene Umwelt- und Naturschutzorganisationen bemühen sich darum, den Abbau und die Verarbeitung der Rattanpalmen nach internationalen Standards zu zertifizieren und einem Raubbau entgegen zu wirken.
Auf Zertifikate achten
Käufer, die auf bestimmte Siegel und Zertifikate beim Kauf von Rattanmöbeln achten, brauchen demnach kein schlechtes Gewissen zu haben. Wer eine exotische Atmosphäre in sein Schlafzimmer zaubern möchte, kann dies beruhigt tun, ohne Sorge zu tragen, dass die Regenwälder Südostasiens abgeholzt oder geschädigt würden. Bekannte Umweltsiegel sind Fairtrade (die beispielsweise von Bananen und Kaffee bekannt sind) oder das FSC-Siegel. FSC ist die Abkürzung für „Forest Stewardship Council“. Es zeichnet mit seinem Siegel Betriebe aus, die sich an vorgegebene Bestimmungen zur Nachhaltigen Forstwirtschaft halten.
Foto: Hasena Romantic Rattanbett LOTUS von Schlafkonzept